Zum Hauptinhalt springen

Wie erstelle ich Exportdokumente für Sendungen ins Nicht-EU-Ausland?

Exportdokumente und Zollinhaltserklärung (CN23): Versandart, Zollinformationen und Drucker in Shopware 6 einrichten.

Exportdokumente brauchst du für jede Sendung an ein Ziel außerhalb des EU-Mehrwertsteuergebiets, zum Beispiel in die Schweiz oder in die USA. Damit Pickware sie zusammen mit dem Versandetikett erstellen kann, müssen drei Stellen gepflegt sein: die Versandart, die Produkte und die allgemeinen Einstellungen für Versandetiketten. Fehlen dort Pflichtangaben, zum Beispiel das Herkunftsland am Produkt oder der Incoterm, lässt sich das Etikett nicht erstellen.

Wann brauche ich Exportdokumente?

Exportdokumente brauchst du für alle Ziele außerhalb des EU-Mehrwertsteuergebiets. Dazu gehören auch Gebiete, die zwar zu einem EU-Land gehören, aber nicht zum EU-Mehrwertsteuergebiet, zum Beispiel die Kanarischen Inseln und Réunion.

Für den Versand nach Helgoland brauchst du dagegen keine Exportdokumente.

Schritt 1: Versandart für den Export einrichten

Die Exportdokumente aktivierst du in der Versandart. Öffne dazu die Versandart unter Einstellungen → Shop → Versand und gehe in den Abschnitt Versanddienstleister zu den Exportdokumenten.

  1. Wähle ein International-Produkt des Versanddienstleisters, zum Beispiel DHL Paket International. Mit „DHL Paket“ scheitern Etiketten ins Ausland.

  2. Aktiviere Exportdokumente erstellen.

  3. Bei DHL Europaket wählst du zusätzlich einen Incoterm: DAP oder DDP. Bei DHL Paket International und DHL Warenpost International gibt es kein Incoterm-Feld.

  4. Bei DPD wählst du den Incoterm in der Versandart im Abschnitt Zoll.

  5. Lege bei internationalen DHL-Sendungen die Vorausverfügung fest, also was mit unzustellbaren Paketen passieren soll.

Sendungen in die USA mit PDDP

Für Sendungen in die USA nutzt du bei DHL den Service PDDP (Postal Delivered Duty Paid). Damit übernimmst du die Einfuhrabgaben anstelle des Empfängers. So richtest du die Versandart ein:

  • Wähle das Produkt DHL Paket International.

  • Aktiviere Übernahme der Einfuhrabgaben.

Einen Incoterm wählst du dafür nicht, bei DHL Paket International gibt es kein Incoterm-Feld.

Achtung: PDDP gilt nur, wenn der Schalter Übernahme der Einfuhrabgaben auch beim Erstellen des Etiketts aktiv ist. Wählst du ihn beim Erstellen eines einzelnen Etiketts ab oder wählst du in der WMS App eine andere Versandart, gilt PDDP für dieses Etikett nicht.

Schritt 2: Zollinformationen am Produkt pflegen

Für die Exportdokumente braucht jedes Produkt eigene Zollinformationen. Du pflegst sie in den Produkteigenschaften in der Karte Zollinformationen.

  • Zolltarifnummer (HS-Code) – 4 bis 11 Zeichen

  • Herkunftsland

  • Beschreibung – höchstens 50 Zeichen. Ohne Beschreibung verwendet Pickware den Produktnamen, und der ist oft zu lang.

Hat ein Artikel in der Bestellung den Wert 0, zum Beispiel ein Gratisartikel, braucht der Zoll trotzdem einen Wert. Hinterlege dafür am Produkt unter Zollinformationen einen Fallback-Zollwert, zum Beispiel den Einkaufspreis. Pickware setzt ihn automatisch ein, wenn der Artikel in der Bestellung den Wert 0 hat.

Wo du die einzelnen Felder findest, steht in Welche Produktinformationen kann ich mit Pickware pflegen?

Hinweis: Seit dem Update „Zolltarifnummern pro Zielland“ (07/2026) pflegst du die Zolltarifnummer in der Karte Zollinformationen. Bestehende Zolltarifnummern übernimmt Pickware im Hintergrund über die Message Queue. Ist die Karte nach dem Update leer, prüfe, ob die Message Queue abgearbeitet wird.

Schritt 3: Allgemeine Zollangaben hinterlegen

Einige Zollangaben gelten für alle Sendungen. Du hinterlegst sie unter Einstellungen → Erweiterungen → Versandetiketten allgemein im Bereich für die Zollinformationen.

  • Einlieferungsstelle – Name bzw. Adresse der Poststelle, von der aus du versendest, mit höchstens 35 Zeichen. Ist der Eintrag länger, erscheint der Fehler officeOfOrigin. DHL Express braucht dieses Feld zwingend, sonst erscheint der Fehler placeOfIncoterm.

  • Zollnummern des Absenders – hier hinterlegst du deine Zollnummern, zum Beispiel EORI-Nummer, USt-IdNr. oder IOSS-Nummer, jeweils mit Typ und Ausstellerland.

Alle Felder dieser Einstellungsseite erklärt Welche allgemeinen Einstellungen für Versandlabel gibt es?

Exportdokumente bei DHL Express und UPS

Bei DHL Express übermittelt Pickware die Zolldaten elektronisch (Paperless Trade), wenn in der Versandart Express Worldwide mit dem Sendungstyp Warensendung gewählt ist. Für Express Worldwide brauchst du am Produkt ebenfalls Zolltarifnummer (HS-Code) und Herkunftsland.

Für UPS kannst du Handelsrechnungen zusammen mit dem Versandetikett erstellen lassen. Bei DHL Express und UPS erstellt der Versanddienstleister die Handelsrechnung, solange die entsprechende Option in der Versandart aktiv ist. Eine eigene Handelsrechnung überträgt Pickware erst, wenn du diese Option deaktivierst und die Dokumentenübertragung nutzt. Die Zollbeschreibung am Produkt musst du für UPS nicht pflegen, ohne sie übergibt Pickware den Artikelnamen.

Eigene Dokumente mit dem Versandetikett übertragen

Eigene Dokumente der Bestellung, zum Beispiel eine Handelsrechnung oder eine Zollinhaltserklärung, kann Pickware beim Erstellen des Versandetiketts digital an den Versanddienstleister übertragen. Welche Dokumenttypen das sind, legst du in der Versandart im Abschnitt Dokumentenübertragung unter Dokumente der Bestellung übertragen fest. Pickware überträgt sie, sofern die Bestellung Dokumente dieser Typen hat. Beim Erstellen eines Etiketts passt du die Auswahl im Reiter Dokumente an. Kann der gewählte Versanddienstleister keine Dokumente übertragen, weist die Versandart darauf hin.

Eine Datei, die mit jeder Sendung mitgehen soll, hängst du über den Flow Builder an: Die Aktion Datei als Dokument an Bestellung anhängen hängt eine PDF-Datei aus der Medienverwaltung mit dem gewählten Dokumenttyp an die Bestellung an, zum Beispiel als Handelsrechnung. Jede Bestellung erhält eine eigene Kopie, und eine Datei wird nicht doppelt angehängt.

Bei DHL Paket International überträgt die Option Papierlose Verzollung bei den Exportdokumenten das Zolldokument oder die Handelsrechnung der Bestellung digital an DHL, in die Schweiz für die papierlose Verzollung und in die USA für die Verzollung. Den Dokumenttyp wählst du dafür ebenfalls unter Dokumentenübertragung.

Häufige Fragen

Warum druckt die WMS App das Exportdokument nicht?

Exportdokumente und Zolldokumente wie die Zollinhaltserklärung (CN23) haben in der WMS App keinen eigenen Dokumententyp. Die App druckt sie in der Regel über den Drucker, den du unter dem Papierformat Standard DIN A4 hinterlegt hast. Ist dort kein Drucker hinterlegt, zeigt die App das Dokument nur an, statt es zu drucken.

Hinterlege deshalb in der WMS App unter Einstellungen → Drucker über Papierformat auswählen einen A4-Dokumentendrucker für Standard DIN A4. Wie das im Einzelnen geht, liest du in Wie kann ich einen Drucker in der WMS App einrichten?.

Hat dies deine Frage beantwortet?