Mit Pickware kannst du neben den Produktinformationen aus dem Shopware-Standard weitere Daten rund um die Bestandsführung, den Picking-Prozess sowie die Zollabwicklung beim Versand pflegen. Nachfolgend findest du eine kurze Übersicht
Bestandsführung
Standardmäßig sind mit Pickware alle deine Produkte bestandsgeführt, du kannst die Bestandsführung jedoch auch individuell deaktivieren. Dadurch können die Produkte jederzeit kommissioniert werden, unabhängig von ihrem Lagerbestand.
Um die Bestandsführung für ein Produkt zu deaktivieren, öffne die Produktdetails und navigiere im Tab Allgemein in den Abschnitt Lieferbarkeit. Dort muss die Option Lagerbestand verwalten deaktiviert werden.
Bestandsführung bei Varianten-Parents
Für Hauptprodukte mit Varianten (Varianten-Parents) ist die Bestandsführung automatisch deaktiviert. Die Option Lagerbestand verwalten lässt sich für diese Produkte nicht aktivieren — der Bestand wird ausschließlich auf Ebene der einzelnen Varianten geführt. In den Produktdetails eines Varianten-Parents findest du im Reiter Bestand einen entsprechenden Hinweis. Varianten-Parents werden daher auch nicht in Inventuren, der Einkaufsliste oder der Bedarfsplanung aufgeführt.
In der Variantenübersicht kannst du den verfügbaren Bestands über alle zugehörigen Varianten einsehen.
Bestandsführung per CSV-Import konfigurieren
Wenn du für mehrere Produkte gleichzeitig die Bestandsführung aktivieren oder deaktivieren möchtest, bietet sich hierfür eine Änderung per CSV-Import an. Hierzu benötigst du ein neues Profil, welches du allerdings auf Basis eines bestehenden Profils erstellen kannst.
Navigiere dazu zu Einstellungen → Shop → Import/Export und wechsle in das Tab Profile. Suche dort nach Standardprofil Produkt und wähle Duplizieren aus.
In den Profileinstellungen im Tab Zuweisungen müssen nun zwei neue Mappings hinzugefügt werden werden. Du kannst die Bezeichnungen hier rauskopieren und in deiner Shopware Admin einfügen.
CSV-Name | Datenbank-Eintrag |
stock_management_disabled | pickwareErpPickwareProduct.isStockManagementDisabled |
pickware_product_id | pickwareErpPickwareProduct.id |
Wechsle nun zum Tab Erweiterte Einstellungen und weise dort der Entität Pickware ErpPickwareProduct den Bezeichner id zu.
Klicke abschließend auf Profil speichern.
Wenn du pickwareErpPickwareProduct.isStockManagementDisabled per Shopware Import/Export importierst, muss zwingend auch pickwareErpPickwareProduct.id (z. B. pickware_product_id) in der CSV gepflegt sein. Fehlt die ID, legt Shopware den Datensatz neu an statt ihn zu aktualisieren – dadurch kann der Import mit Duplicate-Entry- oder Pflichtfeld-Fehlern abbrechen.
Führe nun einen CSV-Export deiner Produkte mit dem neu erstellen Profil durch. Die CSV-Datei sieht dann wie folgt aus:
Über die Spalte stock_management_disabled kannst du die Bestandsführung je Produkt aktivieren bzw. deaktivieren und die aktualisierte CSV-Datei anschließend neu hochladen.
stock_management_disabled = 0 | stock_management_disabled = 1 |
Bestandsführung ist aktiviert | Bestandsführung ist deaktiviert |
Weitere Details zur Bestandsverwaltung findest du hier.
Mehr Informationen zu den Import- und Export-Profilen findest du bei Shopware. Bitte beachte außerdem unsere Tipps zum Umgang mit CSV-Dateien.
Produkte direkt als versendet markieren
Du kannst für bestimmte Produkte, die keinen physischen Versand erfordern, festlegen, dass diese bei Bestelleingang automatisch als versandt markiert werden. Diese Funktion eignet sich beispielsweise für digitale Produkte und Dienstleistungen. Du findest die Einstellung in den Produktdetails unter Allgemein → Lieferbarkeit.
Du kannst diese Option auch für Produkte nutzen, die von einem externen Fulfillmentdienstleister (Dropshipper) versendet werden. Über den Flow Builder kannst du den Prozess weiter automatisieren, indem du beispielsweise einen Flow erstellst, der den Dienstleister per E-Mail benachrichtigt.
Bei der Kommissionierung erforderliche Informationen erfassen
In den Produktdetails kannst du festlegen, dass bei der Kommissionierung per WMS App bestimmte Informationen abgefragt werden sollen, beispielsweise Seriennummern. Über die Suchleiste deiner Shopware Admin kannst du ebenfalls nach auf diese Weise erfassten Informationen suchen und bekommst dann die entsprechende(n) Bestellung(en) angezeigt. Die Funktion steht dir mit Pickware WMS zur Verfügung.
Hierzu müssen zunächst entsprechende Informationstypen unter Einstellungen → Erweiterungen → Pickware ERP → Informationstypen angelegt werden.
Anschließend kannst du in der Produktdetails im Abschnitt Bestandsführung auswählen, welche davon bei der Kommissionierung abgefragt werden sollen.
Anschließend erscheint dann sowohl in der WMS App als auch in der POS App eine Abfrage, bei der die betreffende Information eingegeben werden muss.
Auf diese Weise erfasste Informationen kannst du anschließend auch in den Bestellungsdetails in der Shopware Admin einsehen. Navigiere dazu innerhalb der Bestellung im Tab Allgemein zum Bereich Positionen und klicke dort auf das Icon in der Spalte Versendet.
Wenn das Produkt, für welches die Zusatzinformationen erfasst wurden, Teil einer Stückliste ist, findest du die hinterlegte Information über das entsprechende Icon in der Spalte Name und dann für das jeweilige Produkt in der Spalte Versendet.
Besonderheit bei Variantenprodukten
Bei Produkten mit Varianten werden alle Einstellungen, einschließlich der Abfrage nach Zusatzinfos, vom Hauptprodukt automatisch auf die Varianten übertragen. Diese Abfrage kann nicht übersprungen werden. Wenn du bei einzelnen Varianten keine Zusatzinformationen erfassen möchtest, solltest du daher die Vorgaben der Bei der Kommissionierung erforderlichen Informationen jeweils pro Variante und nicht auf Hauptproduktebene pflegen. Auf diese Weise erscheint die Abfrage nur bei den betreffenden Varianten.
Meldebestand
Mithilfe des Meldebestands weißt du, wann du ein Produkt nachbestellen solltest und kannst so deinen Lagerbestand und deine Bedarfsplanung optimieren. Den Meldebestand kannst du in den Produkteigenschaften im Tab Bestand einsehen. Er setzt sich in der Regel aus dem Mindestbestand und einem Sicherheitspuffer, basierend auf den Bestell- und Lieferzeiten deiner Lieferanten zusammen. In Pickware ERP legst du pro Produkt einen globalen Meldebestand fest. Dies bedeutet, dass die Bestände aller Lager berücksichtigt werden. Den Meldebestand kannst du auch in der Bestandsübersicht einsehen, wenn du die Ansicht Je Produkt auswählst.
Meldebestand hinterlegen
Um den Meldebestand für ein Produkt zu hinterlegen, hast du zwei Möglichkeiten.
Um den Meldebestand für einzelne Produkte zu hinterlegen, öffne innerhalb der Produktdetails den Tab Bestand. Im Abschnitt Bestandsgrenzen kannst du im Feld Meldebestand einen beliebigen Wert eintragen
Per CSV-Import kannst du den Meldebestand bequem für mehrere Produkte gleichzeitig hinterlegen. Gehe dazu auf Lagerhaltung → Bestandsübersicht und wechsle in die Ansicht Je Produkt. Klicke nun auf den blauen Export Button oben, um eine CSV-Datei mit allen Produkten herunterzuladen. Nachdem du in dieser Datei die gewünschten Meldebestände eingetragen hast, kannst du sie über den Import Button wieder hochladen.
Für den Import in Shopware muss die CSV-Datei UTF-8-codiert sein sowie Semikolons als Trennzeichen verwenden. Weitere Details dazu und wo du die entsprechende Konfigurationsmöglichkeit in deinem Tabellenkalkulationsprogramm findest, erfährst du hier.
Meldebestandsbenachrichtigungen per E-Mail
Über den Flow Builder kannst du dir täglich eine Liste aller Produkte per E-Mail zukommen lassen, die den Meldebestand erreicht oder überschritten haben. Gehe dazu auf Einstellungen → Shop → Flow Builder und aktiviere den Flow Pickware ERP Reorder Mail. Unter Einstellungen → Erweiterungen → Pickware ERP kannst du die Uhrzeit der Benachrichtigung festlegen.
Falls du Anpassungen an dem im Flow verwendeten E-Mail Template Reorder Notification vorgenommen hast, gehen diese bei einem Update von Pickware ERP verloren, da das Template überschrieben wird. Um dies zu verhindern, gehe zu Einstellungen → Shop → E-Mail-Templates, dupliziere das Template und nimm dort deine Anpassungen vor.
Im Flow Pickware ERP Reorder Mail musst du dann nur noch das soeben konfigurierte Template auswählen.
Handelsspanne & letzter Einkaufspreis
Am Produkt zeigt dir Pickware sowohl den zuletzt verwendeten Einkaufspreis als auch die daraus resultierende Handelsspanne & den Rohertrag an, sodass du deine Kalkulation im Blick behältst, ohne selbst rechnen zu müssen.
In den Produktdetails findest du dazu vier Felder: den Verkaufspreis & zuletzt verwendeten Einkaufspreis — unabhängig davon, von welchem Lieferanten er stammt — sowie die daraus resultierende Handelsspanne und den Rohertrag.
Die Marge je Mengenstaffel findest du außerdem im Tab Erweiterte Preise.
Auch bei den Produkt-Lieferanten-Zuordnungen siehst du direkt die resultierende Marge je Lieferant — praktisch, um schnell den günstigsten Anbieter zu vergleichen.
EAN / GTIN
In den Produkteigenschaften kannst du in der Shopware Admin im Tab Allgemein unten im Bereich Auszeichnung die EAN bzw. GTIN für ein Produkt hinterlegen. Du kannst auch für ein Produkt mehrere EANs durch Kommas getrennt hinterlegen.
Alternativ hast du die Möglichkeit, diese mithilfe der WMS App zu hinterlegen. Öffne dazu die WMS App und navigiere über das App Menü oben links zu Produkte und Lagerplätze. Hier kannst du ein Produkt per Scan des Produktetiketts oder per Tastatureingabe auswählen. Anschließend kannst du die EAN scannen, um sie zu hinterlegen oder auf + Hinzufügen klicken und die EAN manuell eintippen.
Mehr Informationen zur Ansicht Produkte und Lagerplätze findest du hier.
Anweisungen für Produkte und Bestellungen
Mit Pickware ERP hast du die Möglichkeit, sowohl für einzelne Produkte als auch Bestellungen zwei Arten von Anweisungen für deine Mitarbeitenden im Lager zu hinterlegen: eine Pickanweisung und eine Packanweisung. Die Pickanweisung erscheint sowohl auf der Pickliste als auch, wenn du Pickware WMS nutzt, im Picking-Flow der WMS App. Die Packanweisung erscheint stattdessen im Packen-/Versand-Flow der WMS App. Nachfolgend zeigen wir dir, wo du die Anweisungen hinterlegen kannst.
Anweisungen für Produkte hinterlegen
Öffne die Produkteigenschaften und navigiere dort zum Tab Spezifikationen. Im Bereich Zusatzfelder findest du den Tab Anweisungen und dort die Felder Pickanweisung und Packanweisung. Trage die gewünschte Anweisung in das jeweilige Feld ein und speichere das Produkt.
Falls du bereits eine Pickliste erstellt hast, musst du eine neue erstellen, damit die Pickanweisung dort sichtbar wird. Beachte bitte auch, dass die Bestellsprache der Dokumente mit der Sprache des Produktes übereinstimmen muss, damit die Pickanweisung angezeigt wird.
Anweisungen für Bestellungen hinterlegen
Analog zu den Pickanweisungen für Produkten findest du auch in den Bestellungsdetails im Tab Details den Bereich Zusatzfelder und dort die Felder Pickanweisung und Packanweisung.
Pickanweisung auf der Pickliste
So sieht die von dir angegebene Pickanweisung für ein Produkt bzw. die gesamte Bestellung auf der Pickliste aus.
Pickanweisung im Picking-Flow der WMS App
Die Pickanweisung für ein Produkt kannst du einsehen, indem du auf das gelbe Symbol neben dem Lagerbestand des Produktes tippst.
Im Packen-/Versand-Flow der WMS App wird an dieser Stelle stattdessen die Packanweisung angezeigt.
Zollinformationen
Damit bei der Verwendung unserer Versanddienstleisteranbindungen alle benötigten Informationen für den Zoll korrekt vorliegen, müssen diese je Produkt gepflegt werden.
In den Produkteigenschaften findest du im Tab Spezifikationen den Abschnitt Maße & Verpackung. Hier muss insbesondere das Gewicht gepflegt sein.
Den Tab Zollinformationen findest du weiter unten im Bereich Zusatzfelder. Hier müssen die Felder Beschreibung, Zolltarifnummer und Herkunftsland gepflegt sein.
Länderspezifische Zolltarifnummern
Neben der allgemeinen Zolltarifnummer (nach HS) kannst du je Produkt zusätzliche Zolltarifnummern für einzelne Länder hinterlegen — etwa eine eigene Nummer für den Versand in die USA. Du kannst sie einzeln am Produkt pflegen oder per CSV für viele Produkte gleichzeitig.
Am Produkt hinterlegen
In den Produkteigenschaften findest du die Karte Zollinformationen. Im Feld Zolltarifnummer (nach HS) steht die allgemeine Zolltarifnummer. Über Länderspezifische Zolltarifnummer hinzufügen ergänzt du weitere Nummern: Im Dialog Länderspezifische Zolltarifnummer wählst du das Land aus und trägst die zugehörige Zolltarifnummer (nach HS) ein. Bereits hinterlegte Nummern kannst du über Bearbeiten und Löschen anpassen.
Per CSV pflegen
Für viele Produkte gleichzeitig führt der Weg über ein Import-/Export-Profil. Öffne das gewünschte Profil unter Einstellungen → Shop → Import/Export und ergänze die Zoll-Felder in den Zuweisungen. Alle Felder für Zollinhalte beginnen mit translations.DEFAULT.customFields.pickware_shipping_customs_information; du findest sie, indem du im Profil nach dem Präfix pickware_shipping_customs_information suchst. Bestehende Importprofile für die Zolltarifnummer funktionieren dabei weiterhin.
Die Zolltarifnummern selbst werden nicht auf mehrere Spalten verteilt, sondern gesammelt in der Spalte pickwareShippingCountrySpecificTariffNumbers gepflegt. Diese Spalte fasst alle Zolltarifnummern eines Produkts in einer einzigen Zelle zusammen – sowohl die allgemeine Zolltarifnummer als auch alle länderspezifischen Nummern:
Mehrere Einträge trennst du mit einem senkrechten Strich
|.Einer länderspezifischen Nummer stellst du den zweistelligen ISO-Ländercode (Groß-/Kleinschreibung spielt keine Rolle, z. B.
US,CH,GB,FR) gefolgt von einem Doppelpunkt voran, z. B.US:883838383838.Der Eintrag ohne Ländercode ist die allgemeine Zolltarifnummer.
Beispiel: Lautet die allgemeine Zolltarifnummer 10101010 und die US-spezifische Nummer 883838383838, trägst du in die Zelle 10101010|US:883838383838 ein.
Der Export funktioniert spiegelbildlich zum Import: Exportierst du die Spalte pickwareShippingCountrySpecificTariffNumbers, erhältst du die Werte im selben Format zurück. So kannst du bestehende Zollinformationen exportieren, in der CSV-Datei bearbeiten und anschließend wieder importieren. Bitte beachte dabei unsere Tipps zum Umgang mit CSV-Dateien.
Zusätzliche Zollfelder für Sendcloud
Für den Versand über Sendcloud können zusätzlich folgende Informationen je Produkt bzw. Hersteller gepflegt werden. Die Zusatzfelder werden automatisch von Pickware im Zusatzfeld-Set Zollinformationen angelegt und beim Erstellen eines Sendcloud-Versandetiketts an Sendcloud übermittelt. Die Informationen erscheinen auf der Commercial Invoice. Alle drei Felder sind optional.
Verwendungszweck — Textfeld am Produkt. Beschreibt den Verwendungszweck der Ware. Du findest das Feld unter Spezifikationen → Zusatzfelder → Zollinformationen.
Materialinhalt — Textfeld am Produkt. Beschreibt den Materialinhalt der Ware. Du findest das Feld ebenfalls unter Spezifikationen → Zusatzfelder → Zollinformationen.
MID-Code — Textfeld am Hersteller. Wird dem Produkt zugeordnet, wenn am Produkt ein Hersteller hinterlegt ist und diesem Hersteller ein MID-Code zugewiesen wurde. Du findest das Feld in den Herstellerdetails unter Zusatzfelder → Zollinformationen.
Darüber hinaus müssen weitere Informationen in der Versandart hinterlegt werden. Weitere Informationen dazu findest du hier.
Umgang mit Gratisprodukten
Auch für kostenlose Produkte innerhalb von Bestellungen müssen Preise auf den Zolldokumenten angegeben werden. Hierfür steht dir das Feld Fallback-Zollwert in Standardwährung in den Produkteigenschaften unter Spezifikationen → Zusatzfelder zur Verfügung. Sollte hier kein Wert hinterlegt sein, wird stattdessen der Produktpreis unter Allgemein → Preise verwendet. Bitte beachte, dass in allen Fällen jeweils der Bruttopreis genutzt wird.



