Wenn deine Lieferanten in einer anderen Währung abrechnen als dein Shop, hinterlegst du die Währung direkt am Lieferanten. Einkaufspreise, Lieferantenbestellungen und Wareneingänge stehen dann in der Währung des Lieferanten, du musst nichts mehr selbst umrechnen. Bestandswert und Bestandsbewertung bleiben in der Standardwährung deines Shops.
Voraussetzungen
Die Währung des Lieferanten muss in deinem Shop angelegt sein. Die Währungen und ihre Umrechnungsfaktoren verwaltest du in der Shopware Admin unter Einstellungen → Shop → Währungen. Pickware rechnet mit diesen Umrechnungsfaktoren. Pflege sie dort regelmäßig, damit neue Bestellungen und Wareneingänge mit aktuellen Kursen rechnen.
Ab dem Plan Advanced kannst du die Kurse automatisch aktualisieren lassen. Den Schalter Automatische Wechselkurse findest du oben in der Währungsübersicht. Ist er aktiv, werden die Umrechnungsfaktoren aller Währungen täglich um 16:00 UTC aktualisiert. Für Währungen, die die Europäische Zentralbank abdeckt, gilt deren Referenzkurs, für alle übrigen der Kurs des Dienstes Frankfurter. Manuell gepflegte Faktoren werden dabei überschrieben. Im Plan Starter und in den bisherigen Erweiterungen ERP und ERP Pro sind automatische Wechselkurse nicht enthalten, dort pflegst du die Faktoren selbst.
Prüfe außerdem unter Einstellungen → Erweiterungen → Pickware ERP im Bereich Lieferantenbestellungen das Feld Sitzland des Unternehmens. Pickware belegt es automatisch vor. Aus dem Sitzland und dem Land in der Adresse des Lieferanten ergibt sich, ob für einen Lieferanten Steuer berechnet wird (siehe unten).
Währung und Besteuerungsart am Lieferanten festlegen
In den Stammdaten des Lieferanten findest du die Felder Währung und Besteuerungsart. Wie du Lieferanten anlegst und bearbeitest, erfährst du im Artikel Wie lege ich Lieferanten an und bearbeite diese?.
Währung: In dieser Währung pflegst du die Einkaufspreise und den Mindestbestellwert (netto) des Lieferanten. Neue Lieferanten erhalten die Standardwährung deines Shops.
Besteuerungsart: Inland, EU-Ausland oder Drittland. Steht das Feld auf Automatisch, ermittelt Pickware die Besteuerungsart aus dem Land in der Adresse des Lieferanten und dem Sitzland deines Unternehmens. Welche Einstufung gerade gilt, siehst du in Klammern dahinter. Bei Inland wird der Steuersatz des Produkts berechnet, bei EU-Ausland und Drittland keine Steuer.
Beide Felder siehst du auch als Spalten in der Lieferantenübersicht.
Währung eines bestehenden Lieferanten ändern
Hast du für den Lieferanten schon Einkaufspreise oder einen Mindestbestellwert hinterlegt, öffnet sich beim Ändern der Währung das Fenster Währung des Lieferanten ändern. Dort wählst du, ob die Werte zum angegebenen Kurs umgerechnet oder geleert werden, damit du sie neu pflegen kannst. Den vorbelegten Kurs kannst du überschreiben. Die Umrechnung läuft im Hintergrund. Solange sie läuft, kannst du für diesen Lieferanten keine Lieferantenbestellungen anlegen. Bereits bestehende Lieferantenbestellungen bleiben unverändert.
Einkaufspreise in der Währung des Lieferanten
Je Produkt und Lieferant gibt es genau einen Einkaufspreis, und zwar in der Währung des Lieferanten. Ist ein Lieferant mit Fremdwährung der Standardlieferant eines Produkts, übernimmt Pickware dessen Einkaufspreis zum aktuellen Kurs umgerechnet als Einkaufspreis des Produkts in Standardwährung. Ändert sich später der Kurs, wird dieser Wert nicht automatisch nachgezogen, sondern erst beim nächsten Speichern des Einkaufspreises.
In der Einkaufsliste siehst du Summen in der Standardwährung. Einkaufspreise in Fremdwährung werden dafür zum aktuellen Kurs umgerechnet, ebenso beim Vergleich für Günstigsten Lieferant auswählen. Die Summe je Lieferant und die Prüfung des Mindestbestellwerts laufen dagegen in der Währung des Lieferanten. Mehr zur Einkaufsliste findest du im Artikel Wie erstelle ich Einkaufslisten für Lieferantenbestellungen?.
Lieferantenbestellungen in Fremdwährung
Eine Lieferantenbestellung übernimmt beim Anlegen die Währung und die Besteuerungsart des Lieferanten. Spätere Änderungen am Lieferanten wirken sich nicht auf bestehende Bestellungen aus. In der Zusammenfassung der Bestellung siehst du:
Währung und Besteuerungsart der Bestellung
Wechselkurs mit Datum (Stand): der Umrechnungsfaktor deines Shops zum Zeitpunkt, an dem die Bestellung angelegt oder ihre Währung zuletzt geändert wurde. Er dient nur der Anzeige und hat keinen Einfluss auf die Bestandsbewertung.
Gesamt (Standardwährung): der Bestellwert umgerechnet in die Standardwährung. Diesen Wert gibt es auch als Spalte in der Übersicht unter Einkauf → Lieferantenbestellungen.
Die Bestellpositionen stehen in der Währung der Bestellung. Wie du Lieferantenbestellungen anlegst und bearbeitest, erfährst du im Artikel Wie erstelle ich eine Lieferantenbestellung?.
Währung einer Bestellung ändern
Hat der Lieferant eine Bestellung in einer anderen Währung bestätigt oder abgerechnet, kannst du die Währung der Bestellung über Bearbeiten in der Zusammenfassung ändern. Beim Speichern rechnet Pickware alle Positionspreise zum aktuellen Kurs in die neue Währung um. Offene Wareneingänge zu dieser Bestellung übernehmen die neue Währung und den neuen Kurs.
Die Währung lässt sich nicht mehr ändern, wenn ein Wareneingang zu dieser Bestellung abgeschlossen ist, wenn die Bestellung abgeschlossen oder storniert ist oder wenn ein Wareneingang zu dieser Bestellung auch zu einer anderen Bestellung gehört.
Weicht die Währung der Bestellung von der Währung des Lieferanten ab, vergleicht Pickware die Preise nicht mit den Einkaufspreisen des Lieferanten. Es gibt dann keinen Hinweis auf abweichende Preise oder einen unterschrittenen Mindestbestellwert, und geänderte Preise werden nicht in die Daten des Lieferanten übernommen.
Wareneingänge und Bestandsbewertung
Ein Wareneingang zu einer Lieferantenbestellung hat immer dieselbe Währung wie die Bestellung. Beim Anlegen übernimmt er den aktuellen Kurs als Wechselkurs. Mit diesem Kurs wird die Ware in der Standardwährung bewertet. In der Zusammenfassung des Wareneingangs siehst du:
Wechselkurs mit seiner Herkunft: Wechselkurs des Shops, manuell festgelegt oder, mit automatischen Wechselkursen, importiert mit Quelle und Datum
den Kalkulationskurs der Lieferantenbestellung und die prozentuale Abweichung des Wareneingangs davon
Gesamt netto (Standardwährung)
Stimmt der Kurs nicht mit dem überein, zu dem du tatsächlich bezahlt hast, korrigierst du ihn über Wechselkurs ändern. Der Wareneingang wird dann mit dem neuen Kurs neu bewertet. Das ist möglich, solange der Wareneingang noch nicht in einem erstellten bewerteten Warenbestand enthalten ist.
Bestandsbewertung und letzter Einkaufspreis rechnen mit dem Wert des Wareneingangs in der Standardwährung.
